Energetische Modernisierung durch private Eigentümer erfordert gezielte Förderung und stärkere Anreize
Mietpreisbremse und Kappungsgrenze sind Investitionshemmnisse für Vermieter in Bremen
In einer gemeinsamen wissenschaftlichen Untersuchung, die Haus & Grund Deutschland zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin und dem MCC-Institut durchführt, werden Hemmnisse bei der energetischen Modernisierung unter privaten Vermietern untersucht. Erste Auswertungen einer Panelbefragungen unter 4.806 Teilnehmern liefern nun interessante Ergebnisse. „Eine zentrale Erkenntnis ist, dass viele Vermieter Sanierungen als zu aufwendig und wenig rentabel empfinden – vor allem in weniger attraktiven Mietmärkten wie im Land Bremen. Hohe Investitionskosten stehen hier unklaren Einsparungen von CO2-Kosten und ungewissen Mieterhöhungsmöglichkeiten gegenüber. Diese Diskrepanz ist besonders auf weniger profitablen und durch Mietpreisbremsen und Kappungsgrenzen überregulierten Mietmärkten ein Investitionshemmnis“, analysiert Ingmar Vergau, Geschäftsführer des Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. die ersten Ergebnisse aus der bundesweiten Studie.
Der Anreiz durch das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz wird von den befragten privaten Vermietern als gering bewertet. Die Heterogenität des Gebäudebestands erfordert gezielte Fördermaßnahmen, die es aktuell nicht oder nur in begrenztem Maße gibt. „Hier sind weitere differenziertere Angebote speziell für bremische private Immobilieneigentümer und den bremischen Immobilienmarkt erforderlich“, fordert Haus & Grund Geschäftsführer Vergau für Bremen und Bremerhaven.
„Vermieter benötigen bessere Beratungs- und Planungsinstrumente. Hier ist das Angebot von Bremer und Bremerhavener Modernisieren mit dem Klima-Bauzentrum in der Knochenhauerstraße 9 in Bremen und dem in am 07. April 2025 öffnenden Klima Bau Zentrum am Theodor-Heuss-Platz in Bremerhaven sicherlich ein guter Ansatz. Wichtig ist uns jedoch, dass gerade die privaten Eigentümer, die modernisierungswillig sind, noch mehr an die Hand genommen werden und von Fachleuten während der gesamten Modernisierungsmaßnahmen von Anfang bis Ende geführt und geleitet werden“, so Vergau.
„Ein Mix aus CO₂-Bepreisung, bundes- und landesspezifischen Kompensationen und Investitionshilfen kann den Klimaschutz und wirtschaftliche Interessen verbinden und bei dem gemeinsamen Ziel der CO₂-Reduzierung hilfreich sein“, adressiert Vergau die Haus & Grund-Forderungen an die Bundespolitik und den Bremischen Senat. „Gerade bezüglich der besonderen Gebäudetypen in Bremen und Bremerhaven sind gebäudeindividuelle Fördermodelle und Rückerstattungen der CO₂-Kosten nötig“.